Nachfolgend finden Sie das im Mai vom Bundesverband öffentlicher Zinsssteuerung e.V. geführte Interview mit Helmuth Lutz, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg eG zum Thema "Einsatz von Zinssicherungsinstrumenten der Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg eG".

Interview: Helmuth Lutz Zinssteuerung der Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg eG

Herr Lutz, das Jahr 2014 war für die Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg eG das erfolgreichste Jahr ihrer Geschichte. Die Zinsspanne lag im Jahr 2014 bei rekordverdächtigen 2,43%. Und das trotz europäischer Finanzkrise, eines eher zurückhaltenden Wirtschaftswachstums und einer anhaltenden Niedrigzinsphase. Wie konnten Sie das erreichen?

Wir steuern unsere Bank im Zinsbuch nicht nur passiv und lassen uns von den Märkten treiben, sondern setzen gezielt und wohldosiert Standardinstrumente zur Zinsbuchsteuerung, das heißt klassische Zinsderivate, ein.

Derivate sind vor einigen Jahren stark in Verruf geraten, vor allem im öffentlichen Bereich. Wie haben Sie denn Derivate für Ihre Bank eingesetzt?

In der Zinsbuchsteuerung unserer Bank kommen ausschließlich Standardderivate, die auch nachweislich zur Steuerung und Sicherung geeignet sind, zum Einsatz. Dies sind klassische Payer- und Receiver-Swaps. Dabei orientieren wir uns streng an der „Generalnorm für Sicherungsbeziehungen“, die sich im § 254 HGB in Verbindung mit IDW RS HFA 35 findet und an den bankspezifischen Richtlinien zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos im BFA 3. In den Fällen, in denen Kommunen mit Derivaten Verluste entstanden sind, wurde oftmals gravierend gegen die im Handelsgesetzbuch beschriebenen Sicherungsnormen verstoßen. Warum sich die öffentliche Hand nicht an bereits seit längerer Zeit geltende Regeln für Sicherungsbeziehungen hält, ist mir ein Rätsel.

Der bloße Einsatz dieser Instrumente verspricht also bereits einen Erfolg in der Zinsbuchsteuerung? 

Nein, natürlich nicht. Wir haben ein ausgeklügeltes System zur Zinsbuchsteuerung, das sowohl Cash-flow-, als auch Barwertaspekte detailliert berücksichtigt und den gestiegenen Herausforderungen an den Finanzmärkten gewachsen ist. Dies zeigt der nun mittlerweile achtjährige, erfolgreiche Einsatz dieses Systems. Natürlich ist dieses System nur erfolgreich, wenn es auch eine gute Mannschaft gibt, die dieses System bedient. Und hier haben wir in unserer Bank hervorragende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die das Konzept erfolgreich umsetzen und einen Aufsichtsrat, der hinter der ganzen Mannschaft steht. Zudem werden wir von einem renommierten externen Finanzinstitut in Fragen der Zinsbuchsteuerung tatkräftig begleitet und unterstützt.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat vor kurzem empfohlen, die aus dem Zinsgeschäft wegbrechenden Erträge durch Filialschließungen und Erhöhung der Kundenprovisionen auszugleichen. Wie schätzen Sie diesen Vorschlag ein?

Das Zinsbuch einer Bank kann mit normalen Standardzinsinstrumenten hervorragend ausgesteuert werden. Wieso sollen Kunden oder Mitarbeiter von Banken dafür geradestehen, wenn eine Bank ihr Zinsbuch nicht konsequent und nachhaltig steuert?

Der Bundesverband öffentlicher Zinssteuerung bedankt sich bei Herrn Helmuth Lutz, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg eG, für dieses Interview.

 

Kontaktdaten:

Helmut Lutz
Vorstandsvorsitzender 

Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg eG
Klosterstraße 3, 82547 Beuerbergn

Tel: +49 8179 9304-0 

Fax: +49 8179 1530

info(at)rb-beuerberg.de

http://www.rb-beuerberg.de/

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Der „Bundesverband öffentlicher Zinssteuerung“ wurde mit der Gründungsversammlung am 12.10.2012 ins Leben gerufen.

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